Zwischenbilanz: Bin ich im Plan?

Ostern steht vor der Tür, schon sind die ersten drei Monate dieses Jahres vergangen. Das ging mir wieder viel zu schnell. Andererseits ist jetzt eine gute Gelegenheit, eine Zwischenbilanz meiner Schreibziele zu ziehen.

Täglich schreiben

Ja, aber. Ich habe meine Schreibkette erhalten (205 Tage). Das habe ich 4TheWords zu verdanken. Manchmal war es nur der Gedanke daran, meine Schreibkette dort und damit meinen Rang im Leadership Board zu verlieren, der mich dazu brachte, mich zu den notwendigen 444 Worten aufzuraffen. Manchmal war das buchstäblich 15 Minuten vor Mitternacht, wenn ich noch ganz schnell einen täglichen Journaleintrag schrieb. Irgendwie schrammte ich doch noch jedes Mal haarscharf an der Mitternacht-Deadline vorbei.

Wobei wir beim Problem sind. Die allermeisten Tage hat es nur für den Journaleintrag gereicht. Dazu kommen noch einige Plotnotizen. Ich habe kaum Neues geschrieben, seien es Geschichten oder Blogartikel (mit Ausnahme meiner Reaktion auf mein erstes Lektorat). Das wurmt mich.

Die drei Tage pro Woche, die ich an meinen Projekten arbeiten wollte – dies habe ich überhaupt nicht hinbekommen.

Überarbeitung meines NaNoWriMo-Projektes

4TheWords hatte Anfang des Jahres einen kleinen Wettbewerb gestartet, bei dem man die ersten vier Kapitel bzw. die ersten viertausend Wörter seines NaNoWriMo Projektes vorstellen konnte. Danach gab es einen Zeitraum, während der alle aus der 4TheWords-Community die Einsendungen kommentieren und bewerten konnten. Zum Schluss wurden dann die am besten bewerteten und kommentierten Projekte mit Preisen belohnt. Da die Mehrzahl der Communities englischsprachig ist, waren nur englischsprachige Romananfänge zugelassen.

Nichtsdestotrotz hat ich im Dezember beschlossen, daran teilzunehmen. Auf jeden Fall, so dachte ich, wäre das ein guter Ansporn, endlich mit der Überarbeitung des Projektes zu beginnen. Und so war es auch. Es brachte mich dazu, die sehr grobe Rohfassung der ersten zwei Szenen zu überarbeiten und dann ins Englische zu übersetzen. Natürlich habe ich das nur auf den letzten Drücker mit Hilfe einige Nachtschichten kurz vor Fristende am 31. Januar fertig bekommen.

Ich habe dann ungefähr zehn Kommentare später eingesammelt. Diese haben mir vor allem Mut gemacht, haben aber auch 2 oder 3 Kleinigkeiten angesprochen, die ich auf jeden Fall verbessern muss.

Leider habe ich aber an diesem Punkt nicht weiter gemacht, sondern das Überarbeiten wieder schleifen lassen. Im Februar ließ sowieso der Schwung und die Motivation vom Jahreswechsels nach und die Probleme des Alltags nahmen den Fokus weg vom Schreiben. Dazu kam, dass ich mich sozusagen auf den Lorbeeren der Einreichung zum Wettbewerb ausruhte und Mangels des Fristendruckes nicht mehr weiter machte.

Ausschreibungen

Anfang des Jahres hatte ich mir eine kleine Liste von Kurzgeschichten-Ausschreibungen zusammengestellt. Eine davon hätte ich bis Ende März einsenden müssen. Aber bisher existiert nur die Outline und ein paar Szenenfragmente.

Das ist ausgesprochen ärgerlich, da ich auf diese Weise ein weiteres angefangenes, unbeendetes Projekt auf meiner Liste habe.

Blog

Nominell habe ich den einen Blogartikel pro Monat eingehalten. Ich hatte mir jedoch mehr erhofft. Es mangelt mir an sich nicht an Ideen, aber ich ziehe das Schreiben nicht durch. D.h. ich fange an, aber werde ein, zwei Tage später von irgendetwas abgelenkt. Danach habe ich schwerste Probleme mich wieder hinein zu finden.

Ich habe außerdem festgestellt, dass die DSGVO hat mich sehr beschäftigt hat. Ich habe mehrere Abende investiert, mich in die verschiedenen Aspekte einzulesen. Letztendlich erfordert sie weniger Aktionen als gedacht. Ich muss die Datenschutzerklärung gründlich überarbeiten und kleinere Änderungen vornehmen.

Die einzige wirkliche Konsequenz ist, dass ich die Formulare für den Newsletter deaktiviert habe. (Hat es überhaupt jemand gemerkt, dass ich einen hatte?) Obwohl mein bisheriger Email-Provider inzwischen Schritte gekündigt hat, um EU-datenschutzkonform zu werden, bin ich mir bei ihnen einfach noch nicht sicher.

Da ich aber kaum jemanden auf der Liste habe, kann ich mir in Ruhe überlegen, wie ich mit den Newsletter weiter verfahre. Vom Vorteil wäre es natürlich, wenn ich bei einem deutschen Anbieter nutzen könnte.

Networking

Ich hatte mir vorgenommen, konsequenter Twitter und das Schreibnacht-Forum zu nutzen.

Bei Twitter ist mir das gelungen. Ich schwächelte zwar in der zweiten März-Hälfte, aber ansonsten blieb ich dran.Dadurch bin auch mit 80 neuen Followern belohnt worden. Vielen lieben Dank, Leute. Das sind in dem Vierteljahr mehr als 2016 und 2017 zusammen. Kaum zu glauben.

Dagegen habe ich das Schreibnacht-Forum fast vollkommen vernachlässigt. Ich war vielleicht zwei- oder dreimal auf dem Forum. Das ist natürlich viel zu wenig und sehr schade. Ich habe da einfach noch keinen festen Rhythmus gefunden, wie ich das meine Tagesroutine einbaue.

Fazit

Ich bin alles andere als zufrieden mit dem ersten Vierteljahr. Mein Plan sah anders aus. Ich habe schlicht und einfach das Momentum des Januar nicht ausgenutzt. Ich hatte außerdem damit gerechnet, während der Osterferien mehr Zeit zum Schreiben zu finden. Das war ein Trugschluss.

Das Schreiben an Kurzgeschichten und meinem Roman muss eine deutlich höhere Priorität einnehmen. Ich überlege ernsthaft, wieder in der Frühe zu schreiben. Während des letzten Novembers hatte ich damit jedoch sehr gemischte Ergebnisse. Es hängt alles davon ab, wie ausgeruht ich am frühen Morgen bin. Habe ich nicht wenigstens siebeneinhalb Stunden Schlaf, bringt mir das frühere Aufstehen nichts. Wenn ja, ist das natürlich die beste Zeit um zu schreiben.

Ausblick

Das nächste Vierteljahr wird nicht einfach. Es ist bereits mit beruflichen Projektterminen und Schulveranstaltungen durchgepant. Da wird es nur wenig Freiraum fürs Schreiben geben.

Ich will mich nicht zusätzlich unter Druck setzen. Wenn ich meine Schreibkette bis Ende Juni durchziehen kann, bin ich zufrieden. Falls neben den Blogposts noch ein, zwei fertig überarbeitete Kapitel oder eine Kurzgeschichte rauskommen, werde ich glücklich sein.