Als Rebell beim NaNoWriMo 2018

Ich habe mich entschlossen, doch dieses Jahr wieder am NaNoWriMo teilzunehmen. Allerdings konnte ich mich nicht auf ein Romanprojekt festlegen. Ich habe zwar einige Ideen, mir widerstrebt es aber, wieder ein neues Projekt anzufangen, das sich mit Sicherheit neben meinen anderen unbeendeten NaNoWriMo-Projekten einreiht.

Zum Glück kennt NaNoWriMo seit einigen Jahren nicht nur die klassischen Erstfassung eines Romans von 50.000 Wörtern, sondern erlaubt auch andere Ziele setzen, wie z.B. Sachtexte, Kurzgeschichten, Comics oder sogar Gedichte schreiben oder angefangene Projekte beenden oder editieren. Ich werde als sogenannter „Rebell“ auf verschiedene Ideen und Prompts zurückgreifen, um kurze Texte wie einzelne Szenen, Drabbles oder Kurzgeschichten zu schreiben.

Es ist nicht mehr viel Vorbereitungszeit übrig. Da muss schnell ein Schlachtplan her.

 

1. Brich das große Ziel in kleine Meilensteine herunter

Ich habe Pacemaker benutzt und einen detaillierten Plan erstellt, der all meine Termine und Abwesenheiten, die ich im November habe, berücksichtigt. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich den November ungünstig für dieses Vorhaben finde. Im November ist relativ viel los, sowohl auf der Arbeit als auch bei den Kindern in der Schule.

Der Pacemaker-Plan liefert mir eine auf den Tag genaue Übersicht, welche Wortzahl-Meilensteine ich wann treffen muss. Ich habe die Brückentage Anfang November frei genommen, daher hoffe ich auf einen super-starken Start durch das verlängerte Wochenende.

 

2. Investiere die Zeit

Da ich davon ausgehe, dass ich selbst unter den besten Umständen (ausgeruht und ungestört) mindestens 2 Stunden oder mehr brauche, um die berüchtigte Marke von 1667 Wörtern pro Tag zu erreichen, habe ich mir auf RescueTime ein entsprechendes Ziel erstellt.

So muss das aussehen!

Zudem habe ich RescueTime auch auf meinem Netbook installiert, um die Zeiten korrekt zu erfassen. Bisher lief das Programm ausschließlich auf meinem großen PC. Dort benutze ich es normalerweise nur, um meine abendliche Zeit für Gaming und Social Media im Auge zu behalten und notfalls einzudämmen.

RescueTime hat derzeit ein Angebot, seine Premiumversion während NaNoWriMo 2018 kostenlos zu testen. Ich bin mit der freien Lite-Version zufrieden und finde den Funktionsumfang für meine Zwecke ausreichend. Aber bei dieser Gelegenheit kann ich ausprobieren, wie gut die FocusTime (automatische Sperrung nichtproduktiver Web-Seiten) funktioniert. Bisher fand ich den Preis von 72 Euro pro Jahr für die zusätzlichen Features zu teuer. Aber vielleicht überzeugt RescueTime Premium mich ja.

 

3. Vermeide Ablenkungen

Tja, meine Kids kann ich nicht in die Ferien schicken, so gerne sie das auch mitgemacht hätten. Aber dafür kann ich an anderen Stellen ansetzen.

Damit mich nicht das Programm von Amazon Prime verführt, Serienmarathons zur falschen Zeit einzulegen, hat der Fernseher eine Zeitbeschränkung im Router verpasst bekommen. Ich überlege noch, ob ich das auch für meinen PC einrichte, aber ich nutze überwiegend 4thewords zum Schreiben. Das wäre dann doch umständlich. Damit verbleibt zwar so immer noch die Gefahr, sich im Internet zu verlaufen, aber dafür verspricht ja RescueTime Abhilfe.

Aber um die gefährlichsten Ablenkungen (Candy Crush!) aus dem Weg zu schaffen, habe ich auf meinem PC ein separates Benutzerkonto erstellt, für das alle Apps und Programme, vor allem Spiele, deinstalliert oder geblockt sind, die ich nicht zum Schreiben brauche.

 

4. Belohne auch kleine Erfolge

Wenn ich mindestens an 28 Tagen im November schreibe und wenigstens die 25K-Marke knacke, reaktiviere ich für Dezember und Januar mein Netflix-Abo.

Warum nehme ich gerade diese Werte? Wir haben zwei Familiengeburtstage im November und ich bin deswegen ein Wochenende unterwegs. Damit fallen voraussichtlich zwei Schreibtage weg. 25.000 Worte zu schreiben sind für mich ein realistisches Ziel, aber letztes Jahr musste ich mich dafür ordentlich anstrengen.

Was passiert, wenn ich die vollen 50.000 Wörter schaffe? Ehrlich gesagt, ich glaube nicht daran. Das ist weit weg von meinen bisherigen Erfahrungen. Bisher habe ich das nur ein einziges Mal NaNoWriMo als Sieger beendet und da hatte ich den ganzen Monat frei und noch keine Kinder. Allein schon, dass ich zum zweiten mal die 50K geknackt habe, wäre das größte Glücksmoment. Ich würde vermutlich jubelnd durch das Zimmer tanzen und mir ganz spontan etwas leisten, auf das ich gerade Lust habe.

Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es mir im November ergangen ist. Falls ihr Lust habt, ihr findet mich auf nanowrimo.org als Skadir.

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