Herbst

Dieser Monat startete mit stürmischen Herbstschauern. Orange-braune Blätter wirbelten durch die Luft und Regen klatterte an die Fensterscheiben. Teilweise verdüsterte sich der Himmel so stark, dass wir das Licht im Büro anschalten mussten. Der eine oder andere leuchtende Sonnenstrahl, der zwischendurch durch die Wolken stach, unterstrich durch das plötzliche Funkeln in den Pfützen diese Herbstlichkeit.

Ich habe den Blog schwer vernachlässigt. Mein Schreiben war im letzten halben Jahr bestenfalls sporadisch. Normalerweise sollte ich mich vor Schuldbewusstsein innerlich krümmen. Aber ich betrachte im Moment alles mit einer Distanz, die an Apathie grenzt. Das Wetter passt zu meiner Gemütslage. Melancholisch, reflektiv. Andererseits die Gewissheit, das Leben geht weiter.

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Im April/Mai hatte sich alles um den Schulübertritt von K2 gedreht. Ich habe gedacht, beim zweiten Mal wäre es weniger stressig. Aber nein. Prüfen, Beratung, Abwägen. Dann die Anspannung, ob K2 den Platz an der Wunschschule bekommt. Hinterher hätte ich am liebsten sofort Urlaub gemacht. Es ist nicht witzig, wenn ein Extra-Thema alle inneren Reserven aufbraucht. Sich kräftemäßig von Urlaub zu Urlaub hangeln, ist das normal? Ich nahm das zum Anlass, bei der anstehenden Check-Up-Untersuchung mal auf Ursachenforschung zu drängeln. Und ja, es fanden sich Gründe. Dazu ein anderes Mal mehr.

Ich verbrachte also den Sommer dank Hitzewelle schlapp und den Urlaub besonders faul, aber vorsichtig optimistisch. Eine bessere Gesundheit versprach mehr Energie und dann wird vielleicht Alles etwas einfacher.

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Nur dann, Ende August, verstarb unverhofft mein Vater. Schock. Tränen. Den Kindern beibringen, dass Opa tot ist. Trauer wie ein Würgegriff.

Die Familie ist zusammengerückt. Wir haben uns gegenseitig Halt gegeben. Es war ein Fluch und Segen zugleich, dass mich die Routine (Arbeit, Schule) in Trab gehalten hat. Sie bot Ablenkung, dafür lag ich häufig nachts wach und haderte mit dem Schicksal. Auch konnte ich mir nie vorstellen, wie viel Organisation und Bürokratie der Tod hinter sich herzieht. Beerdigung. Erbangelegenheiten. Das war schmerzhaft für uns und erste Trauerbewältigung zugleich.

Mein Vater hätte diesen Monat mit uns seinen 80. Geburtstag gefeiert. Ab und zu trifft mich der Verlust immer noch wie ein Tritt in die Magengrube.

Von einer Schreibroutine bin ich noch weit entfernt. Ich finde erst in ganz kleinen Schritten zurück. Ich gebe mir Zeit.

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