Nicht aufgeben

Ich habe diesen Beitrag schon mindestens dreimal komplett umgeschrieben. Warum? Weil ich in den letzten paar Wochen emotional Achterbahn gefahren bin und damit hatte ich jeweils sehr unterschiedliche Gründe, diesen Blog zu beginnen.

Rückblick

2016 war beruflich und familiär ein verdammt anstrengendes Jahr. Ich habe alles gemeistert und gut überstanden, aber das Schreiben ist praktisch komplett auf der Strecke geblieben. Während des Sommerurlaubs habe ich ein paar Seiten an einer Kurzgeschichte geschrieben, aber die Geschichte nicht beendet. Tatsächlich hege ich die Überzeugung, ich sollte sie ganz und gar neu schreiben. Hinterher habe ich mich ein paar Wochen lang mit Schreibübungen bei der Stange gehalten, dann ist das auch versandet. Ansonsten gab es schreibmäßig außer gelegentlichen Tagebucheinträgen nichts.

Jahresende

Ganz schön deprimierend, nicht wahr? Um Weihnachten herum war ich dann auch erschöpft, niedergeschlagen und verzweifelt, was mein liebstes Hobby anging. Ich fragte mich, ob es überhaupt noch Sinn hatte, an diesem Hobby, diesem Traum festzuhalten.

Meine Gedanken gingen in etwa wie: Das ist jetzt meine letzte Chance, wenn ich es 2017 nicht packe, wenigsten ein paar Kurzgeschichten publikationsreif hinzukriegen, dann scheitere ich eben mit diesem Blog. Dann ist es eindeutig dokumentiert, dass ich nicht das Zeug zur Autorin habe. Ich werde dann diesen unsinnigen Traum ad acta legen…

Übel. Ich weiß, dass ich irrational werde, wenn ich ausgepowert bin und dringend Erholung brauche. Leider kann ich meine Gedankengängen trotzdem nicht aufhalten. Der Entwurf zu diesem Beitrag hier, las sich damals ausgesprochen düster. Bloß gut, dass der Blog zunächst privat war.

Als um diese Zeit die Ankündigung der #Autorenwahnsinn-Challenge durch die Social Media ging, reagierte ich zunächst ausgesprochen ablehnend. Ich konnte mich wohl kaum Autor nennen, also war das nichts für mich.

Jahreswechsel

Allerdings konnte ich mich vor dem Echo, dass die Challenge auslöste gar nicht retten. Jeden Tag meldeten immer mehr Autoren, dass sie mitmachen wollten. Meine Twitter-Timeline war voll davon. Das reichte von „richtigen“ Autoren mit mehreren Veröffentlichungen über Hobbyautoren bis zu blutigen Anfängern wie ich.

Diese Begeisterung erwies sich als ansteckend. Da ich mich außerdem über die Feiertage doch erholt hatte, schlug meine Stimmung tatsächlich um Sylvester herum endlich um – in doch etwas übergroßen Optimismus.

Warum sollte ich nicht bei der Challenge mitmachen? Und ich könnte im Januar auch die Kurzgeschichte von 2015 fertig überarbeiten. Immerhin existiert die Rohfassung schon. Danach wartet dann schon die nächste meiner unfertigen Geschichten auf mich.

Jahresbeginn

Inzwischen hat mich der Arbeitsalltag wieder und meine Grundhaltung hat sich auf etwas eingepegelt, das ich als eine gute Mischung aus Optimismus und Realismus bezeichne.

Für 2017 habe ich mir vorgenommen, am regelmäßigen Schreiben zu arbeiten. Mein Ziel ist es, mindestens 3x in der Woche zu schreiben. Ich mache mir keine Vorgaben, wie viel ich zu schreiben habe oder was ich alles fertigstellen will. Da ich noch keine Ahnung habe, was mich in 2017 erwartet, macht es keinen Sinn für mich, großartig zu planen. Viel wichtiger ist es für mich, diese langen Zeiträume des Nicht-Schreibens zu vermeiden, nach denen ich gefühlt wieder von Vorne anfange.

Während des Januar mache ich den #Autorenwahnsinn mit. Tag 1 der Challenge war der Rückblick auf 2016. Seitdem ist der Blick nach vorne gerichtet. Ich glaube fest, dass es ein guter Start ins Jahr 2017 wird.