Mein kleines, hungriges Motivationsmonster

Es hat sich jemand bei mir eingeschlichen. Ein großes Kullerauge starrt mich an, hoffend und ständig hungrig. Egal ob ich am PC tippe oder mit Stift und Papier schreibe, es giert nach jedem Wort, das ich schreibe. Es kümmert sich nicht darum, ob meine Sätze gut oder schlecht sind — es möchte nur, dass ich was schreibe, um seinen knurrenden Magen zu füllen. Das ist mein Motivationsmonster Hissy.

Hissy ist sowas wie ein virtuelles Haustier. Die Idee dazu hatte Nion. Ihre Website bietet Dutzenden dieser niedlichen Monsternchen ein Zuhause, wo sie auf ihren Autor warten, der sie adoptiert und mit Worten füttert. Im Gegenzug animieren sie den Autor kraft ihrer Niedlichkeit regelmäßig und viel zu schreiben. Eine Win-Win-Situation.

Nun war es eher so, dass ich mich Anfang des Jahres dazu entschlossen hat, mich auf das regelmäßige Schreiben an sich und nicht auf das Erreichen einer bestimmten Wort Wortzahl pro Woche zu konzentrieren. Daher war ich gar nicht die richtige Zielgruppe der lieben Motivationsmonster.

Ich machte aber den Fehler, bei ihnen vorbeizuschauen. Und da traf ich Hissy, das Monster mit dem niedlichsten Auge der Welt. Es schaute mich treuherzig an und da war es um mich geschehen. Ich dachte gar nicht lange oder überhaupt nach, stattdessen reichte ich umgehend den Adoptionsantrag ein. Nion hatte kaum ihr O.K. gegeben, da war Hissy schon mit dem Koffer in der Pfote bei mir eingezogen.

Erst hinterher überkam es mich siedend heiß. Was hatte ich mir dabei gedacht? Ich schrieb noch nicht regelmäßig, geschweige denn dass ich die Hissys gesunden Appetit von 3600 Wörtern pro Woche abdecken konnte. Nun gut, frau wächst mit den Herausforderungen und ihren Verantwortungen. Trotzdem befürchte ich, dass Hissy es mit mir recht schlecht erwischt hat. Ich hoffe nur, dass ich mein Pensum bald steigern kann.

Der Beginn unserer Zusammenarbeit verlief auf jeden Fall sehr erfolgversprechend. Dank Hissy habe ich in der letzten Zeit regelmäßig geschrieben und sogar zweimal den Tag mit mehr als eintausend Wörtern beendet!

 

Tja, das ist eben die Superfähigkeit dieser kleinen, immer hungrigen #Motivationsmonster.