Mein Camp NaNoWriMo Projekt

Das NaNoWriMo-Juli-Camp hat begonnen. Das nehme ich zum Anlass, mein aktuelles Schreibprojekt vorzustellen. Eisiger Tod ist eine Fantasy-Kurzgeschichte, an der ich schon seit ca. zwei Jahren sitze. Warum geht das schon so lange? Und warum hab ich das noch nicht aufgegeben?

Cover zur Kurzgeschichte Eisiger Tod

Eisiger Tod

Ein magischer Mord, aber es traf das falsche Opfer.

Die unerfahrene Magieradeptin Alakhai muss in einem Mordfall ermitteln, der die Handelsdelegation der Ma’ahdi betrifft. Sie hat nur eine Nacht Zeit, bevor die Delegation den Vorfall als Druckmittel gegen ihre Heimatstadt missbrauchen wird.

Die Idee zu Eisiger Tod hatte ich bereits Mitte 2015. Ich schrieb im Laufe des Jahres sporadisch an der Geschichte weiter und fügt neue Szenen hinzu. Zwischendurch geschah dann jeweils mehrere Wochen nichts. Zum Jahreswechsel 2016 hatte ich endlich eine sehr grobe Rohfassung fertig. Aber ich konnte sehen, dass die Geschichte große Probleme hatte.

  • Das Ende funktionierte nicht.
  • Mein Hauptcharakter verhielt sich widersprüchlich.
  • Es gab Logikprobleme, die bei einem Krimi natürlich besonders schwerwiegend sind.

Solche Schwächen sind ja für eine Rohfassung nicht ungewöhnlich. Dafür gibt es eben das Überarbeiten. Easy, nicht?

Tja, leider gestaltete es sich von da an ziemlich schwierig. 2016 war für mich sowieso ein  problematisches Jahr, während dessen ich kaum geschrieben habe. Ab und zu mal holte ich Eisiger Tod heraus und las mir die Geschichte wieder durch. Ich fühlte mich aber nicht in der Lage, mich an ihre Revision zu setzen. Ich glaube, es war halb Widerwillen und halb, dass ich nicht wusste, wie ich ansetzen sollte.

Jeder Autor liebt diese Stunden, wenn eine komplette Geschichte praktisch von selber durch die Finger aufs Papier oder den Bildschirm fließt. Alles kommt zusammen. Die Muse hat dem Autor eine Glückssträhne beschert und hinterher braucht bestenfalls nur die Rechtschreibung und die Formatierung geprüft werden. Sowas gibt es. Ich habe das auch manchmal.

Aber das ist eben die Ausnahme. Gerade bei längeren Texten fege — oder quäle, je nachdem — ich mich durch die Rohfassung. Danach lese ich mir hinterher das Ergebnis durch und fasse mir an den Kopf.

Autor zu sein, heißt seine Texte fertig zu stellen. Die erste Fassung fertig zu schreiben ist nur der erste Schritt. (Und ein großer Meilenstein, der gefeiert wird.) Den Entwurf zu überarbeiten bis man ihn stolz jedem oder zumindest seinen Testlesern zeigen kann, ist die zweite Hälfte der Arbeit. Das ist der Teil, den ich noch lernen muss und werde

Dafür eignet sich so eine Kurzgeschichte zwischen 5.000 bis 10.000 Wörtern sogar sehr gut. Sie ist lang genug, um für einen Handlungsstrang komplette Struktur von der Eröffnung, den Wendungen bis zum Höhepunkt und schließlich der Auflösung abzubilden. Andererseits ist sie noch kurz genug, damit man einen guten Überblick behält und theoretisch die Überarbeitung recht schnell abschließen kann. Daher betrachte ich Eisiger Tod als mein Lehrstück. Ich halte an der Hoffnung fest, dass es beim nächsten Mal deutlich leichter und schneller geht, wenn ich mich erst einmal erfolgreich durch den kompletten Schreibprozess gekämpft habe.

 

Stand der Revision

Ich habe an der Geschichte in den letzten sechs Monaten immer wieder stückweise herumgeändert, Pausen gemacht und wieder was verändert. Die Handlung kann jetzt so stehen, wie sie ausgearbeitet ist. Aber trotzdem müssen ganze Szenen noch mal neu geschrieben werden. Was ich jetzt habe, ist nämlich ein richtiges Flickwerk. Dank der langen Entwicklungszeit fühlt sich die Geschichte sehr ungleichmäßig an. Der Schreibstil schwankt zwischen lakonisch und überschwänglich.

Diese ersten zehn Tage von Camp NaNoWriMo waren frustrierend. Ich bin bei Weitem nicht so weit, wie ich sein wollte. Ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass ich auch nicht die Zeit und Arbeit reingesteckt habe, die dafür notwendig gewesen wäre. Ich habe mich zwar abends zum Überarbeiten hingesetzt habe, habe aber dann viel zu früh frustriert wieder aufgegeben.

Was aber ist geschafft?

  • Plotlöcher gestopft und Logikprobleme beseitigt.
  • Die Protagonistin tiefer ausgearbeitet, um ihre Motivation genauer zu definieren.
  • Alle Charakternamen geändert, damit sie besser zum jeweiligen Hintergrund passen.
  • Ach ja, ein Cover für meine Kurzgeschichte Marke Eigenbau. Profis dürfen gerne lachen. Ich mag es trotzdem. Es muss ja nicht das endgültige sein, aber es macht das Projekt tatsächlich realer.

Was ich bisher getan habe, schlägt sich nicht in fertigen Seiten nieder. Trotzdem sind lediglich 4 fertig überarbeitete von 30 geplanten Seiten einfach traurig. Aber noch ist der Juli nicht zu Ende. Alles ist noch möglich.

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