Camp NaNoWriMo – Fazit

Gleich vorne weg: Ich habe mein Camp NaNoWriMo-Ziel nicht erreicht. Wenn ihr einen Blick auf die Statistik werft, ist auch sofort klar, warum.

Ich hatte mir 30 Seiten Überarbeitung meiner Kurzgeschichte »Eisiger Tod« vorgenommen. Meiner Meinung nach wäre eine Seite pro Tag ein erreichbares Tagessoll gewesen. Ich dachte mir, falls ich einen Tag aussetze, hätte ich genügend Luft, das wieder aufzuholen. So war der Plan, die Realität sah anders aus.

Warum meinte ich, im Juli mehr Zeit zu haben? Im Rückblick ist mir das nicht ganz klar.

Tja, ich habe mich mal wieder drastisch überschätz oder eben unterschätzt, dass ich urlaubsreif war. Anfang Juli habe ich ja noch gearbeitet, erst in der 2.Hälfte hatte ich selber Urlaub.

Sommerferien bedeuten, dass die Routine den Bach runtergeht. Der Tag ist zwischen 3x Mahlzeiten organisieren und Unternehmungen zerhackt. Versteht mich nicht falsch, es war schön. Nur war es eben Urlaub mit Kids und keine Schreibferien. Meine Jungs erwarten immer noch, dass sie mich jeder Zeit ansprechen können.

Ich gebe freimütig zu, wenn ich denn eine ruhige halbe Stunde hattem war der Drang lieber ein Buch zu lesen als sich mit meinem Wörterchaos auseinanderzusetzen häufig viel stärker als meine Disziplin.

Warum lief es dann die letzten paar Tage?

Zum einen war es der Termindruck. Wenn es Uhr auf 5 Minuten vor Zwölf steht, dann finde ich plötzlich die Motivation und Disziplin.

Zweitens fand ich meinen ablenkungsfreien Zeitraum. So etwa eine Stunde vor Mitternacht, wenn auch meine Jungs endlich (»Mama, es sind Ferien!«) ins Land der Träume gefunden haben und anscheinend auch mein innerer Superkritiker schon halb schläft, dann wurde ich produktiv.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass ich meistens eine Viertel-, manchmal eine halbe Stunde brauchte, um in Fahrt zu kommen. Mal so schnell zwischendurch einen Absatz überarbeiten, das klappt einfach nicht.

So, Erkenntnisse.

Schreibstunden bringen mir mehr, wenn es nicht läuft, als Schreibsprints. Manchmal läuft es darauf hinaus, meine inneren Selbstzweifel und Mr. Superkritiker vor Langeweile einschlafen zu lassen.

Brain.fm half, wirkte aber auch nur bei längeren Sitzungen. Überarbeiten und Schreiben am PC funktioniert schlecht. Trotz Freedom-App assoziiere ich den Arbeitsplatz wohl zu sehr mit Familienadministrativa, Spielen, Surfen im Internet etc. (Das ist auch der Grund, warum ich meine Rohfassungen bisher immer mit der Hand schreibe.) Ich hatte beim Überarbeiten weit bessere Ergebnisse, wenn ich mich mit dem alten Laptop auf mein Bett verzog. Ich kann zwar mit dem auch ins Internet, aber anscheinend ist es die andere Umgebung. Leider benutzen auch die Kids den Laptop und belegen ihn am liebsten Nonstop.

Ich habe mir ganz günstig ein Netbook zugelegt. (Es ist gestern angekommen). Da sind nur Chrome, Google Drive und FocusWriter drauf. Schön zum Mitnehmen und Schreiben an jedem Ort, vor allem abends im Bett.

Beim nächsten Camp NaNoWriMo werde ich es mit einem Stundenziel probieren. Mit dem Fokus auf die investierte Zeit statt einem eher qualitativen Ziel komme ich vielleicht besser zurecht. (Katrin Ils hat übrigens zu dem Thema einen lesenswerten Artikel geschrieben.)

Bereue ich das Schreibcamp? Ganz sicher nicht. Ich bin ja auf jeden Fall weiter mit meinem Projekt als vorher. Es war ein schönes gemeinsames Erlebnis mit meinen Writing Buddies vom Schreibnacht-Forum, dass ich gerne wiederholen möchte. Und ich habe wieder dazu gelernt, was bei mir im Schreibprozess funktioniert und was nicht.